Heinrich Scherer (1851-1933)
Beschreibung
Von Heinrich Scherer existieren nicht nur seine im Jahr 1931 selbst herausgegebenen „Lebenserinnerungen“ und eine Publikationsliste, sondern auch noch einige seiner meist in Buchform erschienenen Publ ...
Von Heinrich Scherer existieren nicht nur seine im Jahr 1931 selbst herausgegebenen „Lebenserinnerungen“ und eine Publikationsliste, sondern auch noch einige seiner meist in Buchform erschienenen Publikationen. Diese zeugen von einem wachen und kreativen Geist, der die Enge des kleinbäuerlichen Hofes in einem winzigen Dorf in der hessischen Wetterau verließ, um eine umfassende Bildung zu bekommen und diese an kommende Generationen weiterzugeben. Heinrich Scherer war seinerzeit einer der führenden Pädagogen in Deutschland und besonders im Großherzogtum Hessen. Er sorgte für einen verminderten Einfluss der Kirchen auf die Schulen und führte das Konzept des Werkunterrichts ein. Er war der Schwiegervater von Heinrich Knöll, der 1908 Scherers Tochter Wilhelmine heiratete. Heinrich Scherer war somit der Urgroßvater des Herausgebers dieses Buches, der auch die Recherchen zu dem privaten Leben und den Belegen der beruflichen Laufbahn Heinrich Scherers durchführte.
In seinen „Lebenserinnerungen klammerte Heinrich Scherer bewusst seine persönlichen und privaten Erlebnisse und Verhältnisse aus. Seine Mutter war früh verstorben und er wuchs unter der Obhut seiner Großmutter mütterlicherseits auf. Er erwähnte zwar den frühen Tod seiner Mutter und auch das Schicksal seiner Großmutter, von deren 11 Kindern nur ein Sohn überlebte (und dieser Sohn war nach seiner Auswanderung nach Amerika verschollen). Sie war eine einfache aber herzensgebildete Frau, die dem Jungen die Mutter zu ersetzen versuchte.
Heinrich Scherer ließ aber in seinen „Lebenserinnerungen“ seine persönlichen privaten Schicksale unerwähnt, da er sich ganz seinem schulischen und beruflichen Werdegang widmete. Auch seine umfangreichen Aktivitäten zur individuellen Fortbildung als Gasthörer in Universitäten, die er neben seiner Berufstätigkeit pflegte, beschrieb er ausführlich. Nicht erwähnt wurde der frühe Tod seiner erst 35-jährigen ersten Ehefrau Lina, die die erst 9 Monate alte Tochter Wilhelmina als Halbwaise zurück ließ. Er heiratete dann nach etwas über einem Jahr - inzwischen fast 40-jährig - die 35-jährige Anna Hembel, auch wie seine erste Frau Tochter eines Lehrers, die wie er in in der Schillerstraße in Worms wohnte, um seiner Tochter Wilhelmina einen Ersatz für die früh verstorbene Mutter zu geben. Die beiden konnten aber nie ein auskömmliches Verhältnis zueinander entwickeln, weshalb meine Großmutter Wilhelmina bereits mit 19 Jahren aus dem Elternhaus in die unglückliche Ehe mit dem 12 Jahre älteren Heinrich Knöll flüchtete.
Auch der Tod seiner Tochter Louise, die kurz nach der Geburt starb, blieb unerwähnt. In einem seiner späten Bücher (Der Werkunterricht, 1921) erwähnte er – inzwischen 70 Jahre alt - immerhin in einer Widmung seine nun erwachsene zweite Tochter Liesel, die inzwischen mit einem Dr. Müller verheiratet war und eine Tochter Ursula hatte. Weitergehende Informationen zu diesem Zweig der Familie habe ich leider nicht finden können.
Details
- Auflage: 0
- Veröffentlichungsdatum: 09.05.2024
- Von Heinz-Dieter Knöll, Heinrich Scherer
- Sprache: Deutsch
- ISBN: 978-3-384-22336-4
- Seiten: 136
- Maße und Beschnitt: 21 x 28 cm
- Gewicht: 640,8g
- Produktionszeit: 9 Werktage
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