Eine philosophische Reise von der Oberflächenlosigkeit der Atome zur Demokratie
Beschreibung
Zu den Orientierungsmethoden unseres Gehirns zählt die Abgrenzung von Dingen und Prozessen, die auch auf die Abgrenzung von sozialen Gruppen und ihren Entwicklungen angewendet wird. In beiden Fällen z ...
Zu den Orientierungsmethoden unseres Gehirns zählt die Abgrenzung von Dingen und Prozessen, die auch auf die Abgrenzung von sozialen Gruppen und ihren Entwicklungen angewendet wird. In beiden Fällen zur Identifikation und zur Orientierung: im physischen Lebensraum und im sozialen Lebensraum. An sich liegen aber weder in der dinglichen Welt Abgrenzungen vor - beispielsweise haben Atome und Elementarteilchen keine Oberfläche - und unter den acht Milliarden Menschen auf der Erde gibt es auch keine an sich bestehenden Grenzen und Unterschiede, sondern eine Unzahl von Ähnlichkeiten, von sozial-emotional-wirtschaftlichen Verbindungen und Abhängigkeiten. In beiden Lebensbereichen werden Abgrenzungen von Individuen gesetzt, jedes Individuum handelt dabei autonom, aber in einem sozialen, großenteils erlernten Kontext. Wenn Gruppen ( Dorfgemeinschaften oder Nationen) demokratisch über die sozialen Abgrenzungen unter sich selbst bestimmen (insbesondere über das, was erlaubt, verboten und geboten ist) , ist die Verfassung demokratisch. Wenn eine kleine Minderheit über die Abgrenzungen, insbesondere von richtig und falsch, für die ganze Gruppe entscheidet, ist die Verfassung autokratisch.
Im Buch wird beschrieben wie die - willkürliche - Abgrenzung von Eigentum in der neolithischen Revolution begann, zur Entwicklung von Handel, Gesetzgebung, Gerichtswesen und schließlich zur Akkumulation führte: wenige besitzen viel, die große Mehrheit besitzt wenig.
Die physischen Abgrenzungen im an sich vielfältig und reich Verbundenen stellt außerdem die erste und unvermeidliche Komplexitätsreduktion der Natur dar: um sich in ihr orientieren zu können. Im "technischen Fortschritt" kommen die auf dieser Basis entwickelten Naturgesetze zur Anwendung. Aber nicht ohne ihren "Geburtsfehler" ablegen zu können: unvermeidliche Nebenwirkung ist die Komplexitätsreduktion der Natur: Artensterben, Wüstenbildung, alles wird zur Nutzfläche eingeebnet, Verarmung von Landschaften durch Überflutungen und Meerespegelanstieg, die Monotonie der Massenfabrikation und die resultierende Vermüllung, die Reduktion der sozial-emotionalen Verbindungen zwischen den Menschen, die Isolation während der Nutzung der sozialen Medien.
Details
- Auflage: 0
- Veröffentlichungsdatum: 02.04.2026
- Von Frank Senske
- Illustriert von: Matthias Emde
- Lektorat: Markus Pohlmann
- Sprache: Deutsch
- ISBN: 978-3-384-84805-5
- Seiten: 296
- Maße und Beschnitt: 14,8 x 21 cm
- Gewicht: 426,7g
- Produktionszeit: 5 Werktage
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