BEWERTUNGEN DES BUCHES ‘ALLE WOLLEN DEN KRIEG VON DIR!’
‘In diesem Buch wird eine historische Episode geschildert, die einen tief berühren kann und unentbehrlich ist zur Besinnung auf die Urkatastrophe des Ersten Weltkriegs, eine Besinnung die glücklicherweise immer häufiger stattfindet.’
Frank Storm. Motief, Nr. 188, Dezember 2013/Januar 2014, S. 30.
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Nachdenken über Krieg und Frieden
Ist Krieg unvermeidlich? Hätte der Erste Weltkrieg vermieden werden können? ‘Krieg ist Menschenwerk’, schreibt Ton Jansen in ‘Alle wollen den Krieg von Dir!’. ‘Der Krieg wird von Menschen herbeigeführt und daher sind sie auch in der Lage, einen Krieg zu vermeiden.’ Bei all der Gedenk-Euphorie über den Ersten Weltkrieg droht der Gedanke, dass er hätte vermieden werden können, manchmal aus dem Bewusstsein gedrängt zu werden. Es ist nicht die Absicht des Autors, die Ursachen und die damit zusammenhängende ‘Schuldfrage’ des Ersten Weltkriegs umfassend zu erforschen, aber er will vor allem eine Reihe von Mythen in Frage stellen. Wie war die Situation bei allen Beteiligten am Vorabend des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs? Und vor allem im Russland von Nikolaus II? Welche Rolle hat die Kriegspartei dort gespielt? Welche Rolle spielten der Zar und seine Gemahlin? Und schließlich: Welche Rolle hat Rasputin gespielt? Oder hätte er spielen können?
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Die Stärke von Jansens Argumentation beruht auf der detaillierten Untersuchung der Umstände, unter denen Zar Nikolaus II. die Generalmobilmachung für das Russische Reich ausrief. Viel mehr als der sogenannte Startschuss in Sarajewo entpuppt sich diese Proklamation als der eigentliche Auslöser, der die Kriegsmaschinerie ins Rollen brachte.
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Es ist fast unerträglich zu lesen, wie die Spannungen zwischen den vom militaristischen Imperialismus durchdrungenen Nationen, mit England an der Spitze, damals noch ausgeglichen hätten werden können, ohne dass es zu einem Krieg hätte kommen müssen, wenn auch der Ruf, der Krieg sei unwiderruflich, nicht aus heiterem Himmel kam. Schließlich gab Nikolaus II. dem Druck der kriegslüsternen Parteien in Russland nach, zu denen auch einflussreiche Vertreter gehörten, allem voran der Außenminister Sergei Sasonow.
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Die Verkündung der allgemeinen Mobilmachung in Russland am 30. Juli 1914 löste wie eine Lawine eine Mobilisierung nach der anderen aus und gipfelte schließlich in einer der verheerendsten Katastrophen aller Zeiten. Das Buch konzentriert sich auf die wenigen Tage, in denen es nicht so sehr die Entscheidung, sondern die Unentschlossenheit eines Herrschers war, die die Geschichte unweigerlich in eine bestimmte Richtung lenkte. Was wäre, wenn Rasputin direkt hätte eingreifen können? Was wäre dann in Europa geschehen? Und vor allem: Wie hätte sich dann die Geschichte Russlands entwickelt?
In seiner Schlussbetrachtung beleuchtet der Autor noch einmal alle Umstände, die zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führten. Zumindest die Frage zu wagen, ob diese (und alle anderen Kriege) vermieden werden können, ist laut Ton Jansen die erste Bedingung für den wahren Frieden.
Christine Gruwez. Antroposofie Vandaag, 2014, S. 34.
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‘Alle wollen den Krieg von Dir!’ ist ein faszinierendes Buch, das man gelesen haben muss, um mehr über die Kräfte zu erfahren, die im damaligen Russland auf einen Krieg zusteuerten und den Zaren veranlassten, sich an diesem Krieg zu beteiligen. […] Das Buch ist mit einem sehr umfangreichen Quellenverzeichnis, einer Bibliographie und einem Namensverzeichnis versehen, was die Überprüfung des Textes erleichtert. Ich kann dieses Buch daher jedem empfehlen, der mehr über Rasputin und die russische Entscheidung, in den Krieg einzutreten, erfahren möchte.
J.H.J. Andriessen, Autor von ‘De andere waarheid’. Akersloot, August 2014
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Dieses kürzlich erschienene Buch von Ton Jansen fügt all dem, was jetzt, 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs, über die Gründe und Ursachen des Krieges bekannt geworden ist, ein weiteres sehr interessantes Kapitel hinzu. [...] Man merkt schnell, dass dieses flüssig geschriebene Buch auch wissenschaftlich fundiert ist und weiterführende Informationen in Bereichen liefert, in denen wir sonst mit Fragen zurückbleiben würden. Es werden Schleier gelüftet, die bisher die wahren Ereignisse verdeckten. Wie führende Persönlichkeiten und nahe Verwandte im Umfeld des Zaren den Krieg wollten, vom eigenen Interesse geleitet. Rasputin wurde von ihnen als Gefahr angesehen, weil er sich stets für die Wahrung des Friedens einsetzte, was auch der Zar wollte. Das war also der eigentliche Grund für das Attentat auf ihn in seinem fernen Heimatsort. Von seinem Krankenbett aus schrieb er etwa 20 Telegramme an den Zaren, aber diese konnten die Überzeugungskraft der ihm nahestehenden Personen nicht aufwiegen. Mit der Mobilisierung Russlands wurde ein Signal gegeben, dem der Ausbruch des Krieges in den anderen Ländern Europas folgte. Der Zaun war vom Damm entfernt. Dies ist nur ein Bruchteil all der überraschenden Geschichten, die in diesem Buch beschrieben werden. Äußerst empfehlenswert!
Vriezelaar 19. August 2014