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Jascha Dhal
Autor
Jascha Dhal wurde am 1. April 1955 in Wismar geboren. Bereits mit 12 Jahren schrieb er sein erstes Theaterstück und erste Geschichten. Er studierte Germanistik und Geschichte und arbeitete ab 1987 in Berlin. Nach einer langen Pause erinnerte er sich seiner alten Texte wieder und holte sie aus der Schublade hervor. Es sind Geschichten vom Alltag in der ostdeutschen Provinz. Sie berichten von Verlusten und nicht ergriffenen Chancen.
Bücher von Jascha Dhal
Jascha Dhal
schneezu
Dieser Band enthält eine Auswahl an Gedichten Jascha Dhals, die zwischen 1989 und 2010 entstanden sind. Diese Lyrik spricht ihre eigene Sprache, handelt – wie viele Gedichte – von Liebe und Leid, von Sehnsucht und Gleichgültigkeit, von großem Weltgeschehen und kleinem Glück. Sie gaukelt Erlebtes vor oder berichtet davon, ganz so, wie es für sie typisch ist. Und doch ist das einzelne Gedicht schwer zu bändigen, geht durch den Kopf des Schreibenden hindurch, wird ihm untreu, überlässt sich einer Instanz, die manche das lyrische Ich nennen, und fläzt sich ungehorsam auf ein leeres Blatt Papier. Da lümmelt es nun, man feilt an ihm herum, streicht Körperteile fort, ergänzt sie durch makellosere. Und irgendwann will es sein Eigenleben. Und es will nicht allein sein, wie wir Menschen nicht allein sein wollen, deshalb ist es vereint worden mit den anderen, die dem Kopf eines Einzelnen entstiegen sind und ebenso nach Freiheit rufen. Ob es darüber glücklich ist, entscheidet der Leser.
Jascha Dhal
Brutus
Der Westberliner Immobilienmakler Joseph Hall begegnet im November 1990 einem mysteriösen Mann, der sich Brutus nennt, in einer entlegenen Ostberliner Kneipe. Dieser erzählt ihm eine unglaubliche Geschichte, die von psychischer Unterdrückung, vielen Morden, von der gescheiterten Sehnsucht nach einer Gesellschaft handelt, in der alle Menschen frei sein können. Er habe es angeblich durch seine magischen Fähigkeiten geschafft, die DDR langsam zu unterwandern, die Stasi und ihre Repräsentanten zu täuschen und zu entlarven und seine Landsleute dazu zu bewegen, sich gegen die verkrusteten Verhältnisse zur Wehr zu setzen. Dafür habe er einen hohen Preis zahlen müssen. Er habe, im Auftrag der Schicksalsgöttinnen, seine Mutter töten müssen. Hall glaubt dem Fremden nicht, kann sich aber im Verlauf der Geschichte von dessen magischen Kräften überzeugen. Und er kommt nicht aus dem Staunen heraus.
Jascha Dhal
Der zugefrorene Traum
Der schwule Lehrer Groth wird im Frühjahr 1988 plötzlich mit dem Tod seines Freundes David konfrontiert, den er aus Kindertagen kennt. Sein erstes gemeinsames Bild mit ihm erinnert er als das Schlachten eines Schweines, dem beide Kinder zusehen. Langsam erkennt er, dass er sein Leben lang Gewalt erdulden musste. Groth erinnert sich jener Zeit in vielen Rückschauen und kommt zu dem Schluss, sein Leben ändern zu müssen. Er will nicht mehr lügen und stellt sich im Unterricht gegen die offizielle Geschichtsschreibung in der DDR. Dadurch gerät er in Konflikt mit Schulleitung und Staatssicherheit, wird 1989 aus dem Schuldienst entlassen und arbeitet als Hilfsarbeiter auf dem Bau. Die Gewalt gegen ihn hört jedoch nicht auf. Erinnerungsfetzen zeigen seine wachsende Unruhe. 1990 erlebt Groth den Fall der Mauer, ist aber unschlüssig, kann keine Haltung zu den Vorgängen und der Nachwendezeit beziehen. Auch seine Beziehungen zerbrechen nacheinander zumeist mit Gewalt, und Groth glaubt, daran schuld zu sein. So sieht er nur noch einen Ausweg für sich.
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