Print & Publishing
Herbert Herzmann
Autor
Herbert Herzmann wurde in Wien geboren. Nach dem Abschluss des Studiums der Germanistik und Geschichte zog er zuerst nach Schottland und dann nach Irland, wo er Senior Lecturer in German am University College Dublin wurde. Er veröffentlichte zahlreiche Aufsätze über Literatur und Theater in Fachzeitschriften sowie einige Bücher. Vortragsreisen führten ihn in die USA und nach Südamerika. Als Bergsteiger besuchte er Ecuador, Tansania und die Alpen. Er lebt in Dublin und Wien. Seine Hobbies sind Reisen, Bergsteigen und Klettern. Herbert Herzmann was born in Vienna. After comple...
Bücher von Herbert Herzmann
Herbert Herzmann
Reiseabenteuer 1950 - 2018
Man muss nicht Afrika mit dem Fahrrad durchqueren, im Alleingang extreme Kletterrouten meistern oder mit dem Snowboard über Gletscher abfahren, um etwas zu erleben. Zwischen dem nach Adrenalinrausch süchtigen Extremabenteurer und dem auf Nummer Sicher gehenden Touristen bewegt sich der/die Reisende. Auch er/sie sucht das Abenteuer, aber ohne gleich Kopf und Kragen zu riskieren. Die hier veröffentlichten Erinnerungen aus sieben Jahrzehnten zeigen, dass auch der Durchschnittsmensch abenteuerlich unterwegs sein kann. Sie erzählen von prägenden Reiseerlebnissen und Träumen in der Kindheit, von jugendlichem Fernweh, von Reisen per Anhalter und mit dem Fahrrad, von epischen Autofahrten durch das einstige Jugoslawien und die Vereinigten Staaten sowie von ausgedehnten Reisen in Südamerika. Bergfahrten in den Anden, in Afrika und in den Alpen runden das Bild ab. Reisen lässt uns nicht nur die Gegenwart erleben, es führt uns auch zurück in die Vergangenheit. Wie können wir die Front zwischen Österreich-Ungarn und Italien von 1915-1918 in den Dolomiten entlang wandern, ohne des Ersten Weltkriegs zu gedenken? Wie können wir die Geschichte ignorieren, wenn wir uns in Sarajewo oder in Mostar befinden? Und wie können wir vor La Moneda, dem Präsidentenpalast in Santiago de Chile, stehen, ohne uns in Erinnerung zu rufen, dass dort im Jahr 1973 das erste Nine Eleven stattgefunden hat? Reisen ohne Hilfe von Reiseveranstaltern ist nicht frei von Risiko, aber der unabhängig Reisende wird mit intensiven Erlebnissen und unvergesslichen Erinnerungen belohnt.
Herbert Herzmann
Travel Adventures 1950 - 2018
You do not have to traverse Africa by bicycle, solo extreme climbing routes or snowboard down glaciers in order to have an adventure. Between the extreme adventurer who craves for the adrenaline rush and the tourist who avoids any danger is the traveller. He or she also seeks adventure but without risking life and limb. The memories of seven decades published here show that the average person can also travel adventurously. They contain early travel experiences that made a lasting impression, episodes of youthful wanderlust, hitchhiking trips, long cycling tours, epic road trips through the Balkans and the United States and extensive journeys in South America. Hikes and climbs in the Andes, in Africa and in the Alps round off the picture. Travelling not only makes us experience the present, it also brings us back to the past. How can we walk the border between Austria and Italy in the Dolomites without remembering the First World War? How can we ignore history when we visit Sarajevo or Mostar? And how can we stand in front of La Moneda, the presidential palace in Santiago de Chile and not think about the original Nine Eleven that took place there in 1973? Exploring new regions and foreign countries without relying on tour operators is not entirely risk-free but the independent traveller is rewarded with intensive experiences and unforgettable memories.
Herbert Herzmann
Nationale Identität
Das Zeitalter des Nationalismus gehört angeblich der Vergangenheit an. Dennoch wehren sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft dagegen, ihre Souveränität zugunsten eines künftigen Vereinten Europas aufzugeben. Viele Menschen empfinden die Globalisierung als Bedrohung ihrer nationalen Identität. Diese ist historisch gewachsen und manifestiert sich in unzähligen Details, deren Gesamtheit wir als Lebensstil erfahren: im Umgang miteinander, in der Art, wie wir Feste feiern, was und wie wir essen, welche Orte wir besuchen, welche Kleidung wir tragen und wie wir wohnen, vor allem aber darin, dass man an sie glaubt. Die Österreicher, die viele Jahrhunderte im Zentrum eines Reichs lebten, das den Nationalismus bekämpfte, glaubten vor 1918 nicht, dass sie eine Nation waren, vielmehr waren sie, wie Musil es ausdrückte, „zuerst und ursprünglich nichts“. Nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie wurden sie gezwungen, sich eine nationale Identität im Schnellverfahren anzueignen. Sie taten sich damit sehr schwer. Die einen trauerten der untergegangenen Monarchie nach und fanden sich in der Gegenwart nicht zurecht, die anderen erstrebten den Anschluss an Deutschland, wobei dem Mythos des Volks große Bedeutung zukam. Ein weiterer zählebiger Mythos war der des Reichs, der sich sowohl auf das Reich der Habsburger als auch auf das Heilige Römische Reich bezog. Und dann gab es noch die Hoffnung auf ein zukünftiges Drittes Reich. Von diesen Mythen wurden die Österreicher durch die Katastrophe des Nationalsozialismus geheilt. Heute ist ihre Mehrheit davon überzeugt, dass sie eine nationale Identität hat. Diese ist eine junge Konstruktion, deren inhärente Brüche noch sichtbar sind. Am Beispiel Österreichs lässt sich daher die grundsätzliche Problematik nationaler Identität besonders gut aufzeigen. Als Gegenbeispiele dienen einige Länder, die seit langem ein starkes Nationalgefühl besitzen, insbesondere Irland. An der Entwicklung nationaler Identität haben Zufall und Schicksal ebenso teil wie bewusste Entscheidungen, Geschichtsklitterung, mythische Verklärung, Propaganda und Lügen. Mythen sind gefährlich und können Gesellschaften zerstören. Die historische Erfahrung zeigt aber auch, dass sie ihnen helfen können zu überleben. Der rechte Umgang mit Mythen muss erlernt werden.
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