Print & Publishing
Harald Gesterkamp
Autor
Harald Gesterkamp, geb. 1962 in Münster, Journalist und Autor, lebt in Bonn und arbeitet seit 2002 als Redakteur beim Deutschlandfunk in Köln. Vorher war er viele Jahre als Redakteur bei Amnesty International beschäftigt. 2016 veröffentlichte er seinen ersten Roman: „Humboldtstraße Zwei“. 2019 erschien mit "Rückkehr nach Schapdetten" ein Band mit 20 Stories. "Stroke Unit/Besuch in Breslau" ist sein drittes Buch.
Bücher von Harald Gesterkamp
Harald Gesterkamp
Stroke Unit/Besuch in Breslau
Tobias sitzt auf dem Sofa, als er plötzlich nicht mehr mitbekommt, was um ihn herum passiert. Als er wieder halbwegs klar denken kann, befindet er sich auf der Intensivstation. Schlaganfall – was für ein schreck­liches Wort, denkt er, und fühlt sich viel zu jung dafür. Doch in der Stroke Unit erlebt er auch skurrile Dinge, die ihm dabei helfen, optimistisch nach vorn zu schauen. Beim „Besuch in Breslau“ werden Erinnerungen an den 11. März 1933 wach, als die SA das Landgericht der schlesischen Stadt stürmte, um die jüdischen Richter vom Dienst zu entfernen. Die Mehrheit der Richter war damit allerdings nicht einverstanden und beschloss, alle Prozesse abzusagen und die Justiz zu blockieren. In zwei Erzählungen schildert Harald Gesterkamp auf eindringliche und empathische Weise existenzielle Erlebnisse.
Harald Gesterkamp
Humboldtstraße Zwei
Das Schicksal einer deutschen Familie zwischen 1934 und 2014: Erich Plackwitz ist in den Dreißiger Jahren als Richter am Amtsgericht in Jauer, einer Kleinstadt in Schlesien, tätig. Er verachtet Hitler und den Nationalsozialismus, dennoch muss er hilflos zusehen, wie sich Deutschland vom Rechtsstaat immer mehr zum Unrechtsstaat entwickelt. Seine Tochter Elise liebt ihr Elternhaus in der Humboldtstraße Nr. 2, doch muss sie es nach Schule, Studium und Flakhelferinneneinsatz aufgeben. Nach dem Krieg fasst sie in Westdeutschland Fuß, macht eine Ausbildung und gründet eine Familie. Doch die Sehnsucht nach Schlesien brodelt weiter in ihr. Ihr Sohn Andreas kann das nicht nachvollziehen. Erst als seine Mutter alt ist und mit einer tödlichen Krebsdiagnose konfrontiert wird, beginnt er sich für ihre Lebensgeschichte zu interessieren. Ein altes Kriegstagebuch der Mutter hilft dabei. Zugleich verspürt er Ängste, die er sich nicht erklären kann.
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