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George Migeot
Autor
Über mich: Das mögen andere Menschen beurteilen. Was ich gerne mag: Die Freiheit des Geistes und die Fähigkeit zur Entwicklung der Menschen. Das menschliche Vermögen, in Anerkennung anderer Geister und besserer Ideen, die eigenen Vorstellungen zum Wohle aller aufzugeben. Im Sinne der ganzheitlichen Selbstlosigkeit. Was ich nicht mag: Dass oben geschriebene Zeilen ein netter Traum sind. Der wohlige Schlaf wird nur unterbrochen, wenn es mal zu laut ist. Dann schieben wir uns etwas in die Ohren. Denn der Schlaf ist süß und verführerisch, scheint besser als das WACHsamE Leben.
Bücher von George Migeot
George Migeot
Auswurf
"Wenn einen die Schmeißfliegen stören, man nennt sie gemeinhin drosophila melanogaster, so empfiehlt es sich, ein Glas Wein oder Essig irgendwo hinzustellen. Die Plagegeister richten so die ganze Aufmerksamkeit auf das, was man ihnen vorsetzt. Dann ersaufen sie. Das Glas sollte eine kleine Öffnung haben. Eine Flasche empfiehlt sich. Sie mögen Vergorenes. Verdorbenes. Darauf stürzen sie sich. Auch ich stelle jetzt so eine Flasche mit etwas Wein hin. Direkt an das Fenster. Ich bin gespannt, ob es funktioniert." Man kann sich nie sicher sein, was wahr ist, was nicht. Was schreibt der Autor gerade für sein Buch, was hat er tatsächlich erlebt, was erlebt er gerade, was ist Fiktion. Es ist zum Teil dadurch auch humoristisch. Besonders "gefährlich" wird es auch, da es in der "Ich-Perspektive" geschrieben ist. Also, ganz anders als das erste Werk. Es wird empfohlen, auch das erste Buch "Shacklewell Lane / Seven Sisters" zu lesen, um die Entwicklung zu erleben. In dem zweiten Buch "Auswurf" ist George Migeot also der Erzähler. Man fragt sich dann automatisch, was ist dran, an dem, was er schreibt. Es gibt immer wieder interessante Wendungen. Besonders witzig und bizarr ist die Szene, in der er seinen Zigarettenverkäufer nervt, er wolle nur Schachteln, auf denen steht "Rauchen tötet", die anderen Motive würden ihm nicht gefallen. Es wird in dem Buch immer deutlicher, dass er die Medien kritisiert, die Sprache und seinen Agenten, der nur auf das Geld aus ist. Migeot hinterfragt alles, bemerkt aber nicht, dass er schon Teil des Ganzen ist. Sogar seine Kritik an den Medien, der Kommunikation ist bereits Bestandteil dessen, was er kritisiert. Dieser Bruch, das Paradoxe, wird in der vollendeten Version um einiges deutlicher. Seine unglaubliche Wut, sein Zynismus gelten schon auch zum großen Teil ihm selbst.
George Migeot
Shacklewell Lane
Seit Oktober 2009 lebt der Berliner George Migeot in London. „Shacklewell Lane“ ist seine erste literarische Veröffentlichung. Diese Kurzgeschichten sind Momentaufnahmen mit unendlichem Tiefgang, seelischem und philosophischem Hintergrund. Seit zwei Jahren arbeitet George Migeot auch an seinem musikalischen Werk „borderlinEspiral“, einer Mischung aus elektronischer und klassischer Musik. George Migeot interessiert der Zauber des Lebens. Die Magie des Augenblicks und die Wahrheit hinter allem. „Ich sah vor einiger Zeit ein Pärchen im Bus, ich war traurig und ich war glücklich. Meine Schutzengel tönten geradezu mit Megaphon in meine Ohren. Ich steckte die Finger in ihre Ohren und grinste blöd. Ich schreie nach Wahrheit? Die kannte ich doch längst. Die kenne ich. Nun sitze ich da. Nicht so oft wie früher, aber ich grüble doch immer wieder nach dem WARUM? Hey, - WEIL ICH ES ZULIEß – Und NUR darum! Ich sah vor einiger Zeit ein Pärchen im Bus. Sie legte ihren Kopf auf seine Schulter, schaute schräg nach oben zu ihm. Er schaute stur gerade aus, dann blickte er wieder auf das aufgeschlagene Heft, das er in den Händen hielt. Ich liebe die schwere Form der Kurzgeschichte. Der Sinn einer Kurzgeschichte erschließt sich nicht unbedingt aus der oberflächlichen Geschichte selbst. Wie in einem Traum oder in einem Werbespot, werden hier viele und sehr tiefgehende Inhalte innerhalb kurzer Zeit transportiert, die man erst erfassen kann, wenn man darüber nachdenkt oder zwischen den Zeilen liest. Ich sah vor einiger Zeit ein Pärchen im Bus, ich erkannte, dass ich nie er sein werde. Ich sah vor einiger Zeit ein Pärchen im Bus, und ich war traurig und ich war glücklich.“ Zum Verständnis der Kurzgeschichten in „Shacklewell Lane“: George Migeot schafft an einer Oper, die in Anlehnung an die buddhistische Lehre die Thematik des Sterbens und der Wiedergeburt, der Freude und Schmerzen zum Zwecke der seelischen Evolution abhandelt. „Was für ein Fluch, Musik oder Worte. Alles Sprache. Nie kann ich sicher sein, was wahr ist oder verstanden wird.“
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